Namulla Queen - ein Erfahrungsbericht

Ich möchte gerne darüber berichten, wie ich es endlich geschafft habe, erheblich abzunehmen.

 

Mein Weg ist noch längst nicht zu Ende, aber ein gutes Stück habe ich bereits gemeistert.

Seit ungefähr meinem 10. Lebensjahr war ich dick, was mich stets belastet hat.

Es gab ein paar Idioten, die mich wegen meines Übergewichts ausgegrenzt und eine Zeit lang sogar gemobbt haben. Das hat ziemlich weh getan und mir ein noch schlechteres Gefühl bereitet als ich sowieso schon hatte.

Mit der Pubertät wurde es nicht besser.

Kurz sah es so aus, als würde ich endlich schlanker werden, aber das hat nicht lange angehalten. Immer wieder fiel ich in alte Muster zurück, wurde noch dicker.

Jedes Mal, wenn ich ein Foto von mir sah oder in den Spiegel blickte, hätte ich am liebsten heulen können. Aus Selbstschutz redete ich mir ein, dass alles doch gar nicht so schlimm war. „Bin das wirklich ich? Aber so schlimm sehe ich doch nicht aus.“

Beim Klamottenkaufen musste ich zu immer größeren Kleidergrößen greifen, was ich mit der ach so gemeinen Industrie rechtfertigte. „Die nähen doch alles immer enger, um Stoff zu sparen!“.

Ja, im mich-selbst-anlügen war ich wirklich klasse.

 

„Ich bin toll, so wie ich bin! Mein Gewicht beeinträchtigt mich überhaupt nicht.“

Doch wenn ich ehrlich zu mir selbst war, musste ich zugeben, dass ich mich stets ziemlich mies fühlte, mit Tendenz nach unten. Dann kam es im März 2017 zu einem großen Streit mit meiner Mutter – Thema war mal wieder mein Gewicht.

Irgendetwas muss zu diesem Zeitpunkt in mir passiert sein, denn dieser Streit war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

 

Ich hatte es so satt, dick zu sein!

Ich hatte es so satt, mich ständig mies zu fühlen und wollte endlich etwas dagegen tun.

 

Ich fing an zu googlen und suchte nach Abnehmprogrammen in meiner Nähe.

Dass ich es nicht alleine schaffen würde, war mir angesichts meiner zahlreichen Abnehmversuche nur allzu klar. Während meiner Google-Recherche stieß ich schließlich auf ein Programm, das von einer Klinik in meiner Nähe angeboten wird.

Dieses Programm dauert 1 Jahr und umfasst eine Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, um ein neues, gesundes Essverhalten zu erlernen. Neugierig durchstöberte ich die Website, während mich mehr und mehr die Begeisterung packte.

„Das ist es!“, dachte ich mir.

Bei einer Veranstaltung erhielt ich nähere Informationen zum Programm.

Da ich abgesehen von inzwischen ziemlich zahlreichen Kilos nichts weiter zu verlieren und dafür eine Menge zu gewinnen hatte, beschloss ich, mitzumachen.

 

Gesagt, getan!

Mich erwarteten nun nach einigen Eingangsuntersuchungen 2 Wochen, in denen ich meine Gruppe kennenlernte und mein Ernährungsverhalten dokumentierte.

In der 3. Woche begann dann die dreimonatige Fastenphase, in der ich mich ausschließlich von eiweißreichen Shakes ernährte. In diesen Shakes waren sämtliche Nährstoffe, die mein Körper benötigte. Zudem stand ich während der gesamten Fastenphase unter enger ärztlicher Betreuung, die auch regelmäßige Bluttests beinhaltete.

So wurde sichergestellt, dass es mir wirklich gut ging und man im Ernstfall sofort reagieren kann. Doch ein Ernstfall ist weder bei mir, noch bei den anderen Gruppenmitgliedern aufgetreten.

Als die ersten Kilos zu purzeln begannen, fühlte ich eine unermessliche Erleichterung. Sichtbarer und unsichtbarer Ballast fiel von mir ab.

Die Kilos purzelten wahnsinnig schnell und schon bald wurde auch mein Umfeld darauf aufmerksam. Immer öfter blickten mir meine Kollegen ungläubig hinterher, viele sprachen mich darauf an.

Ich selbst begann mich zu verändern, vor allem auch dank unserer Verhaltenstherapie, die bereits während der Fastenphase stattfand.

Hierbei hinterfragten wir unser Essverhalten und begannen z.B. tiefer darüber nachzudenken, welche Muster wir in unserem Essverhalten entdecken konnten und woher diese kamen.

Kein leichter Prozess, der nicht mal eben abgeschlossen ist. Er dauert bis heute an und ich schätze, dass er mich noch länger begleiten wird.

Mein Essverhalten ist schließlich nicht über Nacht entstanden und es braucht viel Zeit und noch mehr Geduld, es durch ein gesünderes, bewussteres Verhalten zu ersetzen.

 

Auch die Ernährung ist ein großer und sehr wichtiger Teil des Programms.

Während der Fastenphase hatten wir nur wenige Lehrstunden dazu, was sich allerdings mit dem Fastenbrechen änderte. Nach 3 Fastenmonaten begannen wir langsam wieder etwas zu essen.

Schritt für Schritt ersetzten wir jede Woche je einen Beutel durch eine richtige Mahlzeit, die wir selbst zusammenstellen mussten. Zunächst standen uns nur ca. 230 kcal zur Verfügung, die jedoch Woche um Woche immer mehr wurden.

Das Fastenbrechen dauerte 3 Wochen und verlief insgesamt gesehen bei mir erfolgreich.

Ich hatte zwar einige Ausrutscher, die jedoch jeden in meiner Gruppe trafen.

An das Fastenbrechen schloss sich die letzte und zugleich wichtigste Phase des Programms an: das Gewichtsmanagement (das Halten des Gewichts).

 

Meine Gruppe und ich haben in der Zwischenzeit ziemlich viele Kilos verloren und sind keineswegs schon im Normalgewichtsbereich.

Das Erreichen eines Normalgewichts ist aber auch nicht das Ziel des Programms.

Oberstes Ziel ist es, ein gesundes und erfolgreiches Ess- und Bewegungsverhalten zu vermitteln, das es uns erlaubt, dauerhaft und von alleine ein gesundes Gewicht zu halten. In der Vergangenheit scheiterten die Abnehmversuche meiner Gruppenmitglieder und mir stets daran, dass wir das durchaus niedrigere Gewicht schlicht nicht halten konnten.

Im Moment befinde ich mich am Anfang der Gewichtsmanagementsphase und bin noch dabei, meine Kalorienstufe zu finden.

„Meine Kalorienstufe“ bedeutet hier jenes Kalorienbudget pro Tag, bei dem ich weder zu-, noch abnehme, mein Gewicht also halte.

Diese Stufe ist bei jedem unterschiedlich und hängt von Faktoren wie z.B. Geschlecht, Gewicht, Größe, Alter, Bewegungsverhalten, usw. ab. Manche meiner Gruppenmitglieder haben diese Stufe bereits bei 1500 kcal erreicht, ich habe sie noch nicht gefunden (bin derzeit bei 1400 kcal pro Tag). Ob man „seine Kalorienstufe“ erreicht hat, merkt man daran, dass man zwei Wochen hintereinander zunimmt (während man sich dabei an den Plan gehalten hat).

 

Es gibt so viel zu lernen!

 

Aber jede Veränderung besteht aus vielen kleinen Schritten.

Stück für Stück eigne ich mir durch unsere Ernährungstherapie Wissen über die Ernährungsgrundlagen an, lerne zu kochen und mich vollwertig zu ernähren.

Früher habe ich mich von wahnsinnig viel Fastfood und Süßigkeiten ernährt.

Jetzt lerne ich, frisch zu kochen und meine Lebensmittel bewusst auszusuchen.

Klar entscheide ich mich auch jetzt noch ab und zu für ein Stück Schokolade, das ich allerdings in meinem Tagesplan berücksichtige und bewusst genieße.

Es wurde uns sogar empfohlen, einen sogenannten Cheatday zu zelebrieren, an dem wir bewusst das essen, worauf wir Lust haben.

An solchen Tagen habe ich bisher gelernt, dass es nichts ausmacht, einmal gegen den Plan zu verstoßen, wenn man sich den Rest der Zeit über diszipliniert daran hält.

Ich habe also gelernt, bewusst zu genießen und mich nicht immer selbst zu quälen (was in 99 % aller Fälle dazu führt, dass man nicht durchhält).

 

Wichtig ist natürlich auch der Sport.

Wie eingangs erwähnt, ist Bewegungstherapie ebenfalls Bestandteil unseres Programms.

Mit einer Physiotherapeutin machen wir einmal die Woche gemeinsam Sport, bekommen Übungen gezeigt und haben mittlerweile eine ordentliche Grundkondition aufgebaut (die natürlich auch durch die Gewichtsabnahme begünstigt wurde).

Außerhalb des gemeinsamen Sports sollen wir auch mindestens ein weiteres Mal in der Woche Sport machen. Ich bin z.B. in einem Fitnessstudio angemeldet und gehe fast jeden Montag hin. Wenn ich mal keine Lust auf das Fitnessstudio habe, mache ich daheim Sport.

Hier helfen mir Youtube-Videos oder DVD’s, die ich mir mal früher gekauft habe (in der Hoffnung, sportlicher zu werden).

Auch im Alltag bemühe ich mich, mehr Bewegung zu integrieren. Ich nehme jetzt z.B. viel öfter die Treppe, anstatt mich bequem mit dem Aufzug in den 4. Stock fahren zu lassen. An den U-Bahnhöfen laufe ich meist die Rolltreppe hoch, anstatt stehen zu bleiben.

Inzwischen gehe ich auch zu Fuß einkaufen.

Letztens habe ich erst kopfschüttelnd festgestellt, dass ich lediglich 10-15 Minuten zu Fuß zum nächsten Supermarkt benötige. Früher bin ich immer mit dem Auto gefahren… (manchmal bin ich aber auch jetzt noch „faul“, vor allem wenn ich Getränkekisten kaufe. Dann fahre ich natürlich mit dem Auto zum Supermarkt).

Je mehr Kilos gefallen sind, desto mehr Freude hatten wir an der Bewegung.

Wir können uns leichter bewegen, halten länger durch und kommen nicht mehr so schnell aus der Puste. Am Anfang des Programms hat mich meine Physiotherapeutin gefragt, ob Joggen nichts für mich wäre.

Ich und Joggen?? Jahrelang war das wie Wasser und Feuer.

Doch was soll ich sagen?

Seit ich so viel abgenommen habe, empfinde ich Joggen als befreiend und wohltuend.

Es tut so gut, einfach losrennen zu können und alles hinter sich zu lassen.

Joggen macht mir Spaß!

Dass diese Worte mal von mir stammen würden, hätte ich früher nie im Leben geglaubt…

 

Wichtig ist aber auch, dass man selbst bereit ist, sich und sein Verhalten zu ändern.

Das tollste Programm dieser Welt nützt nichts, wenn man an seinem alten Essverhalten festhält und sich auf nichts Neues einlässt.

Veränderungen sind nicht einfach und können manchmal auch sehr weh tun, doch sie sind es wert, sich darauf einzulassen.

 

Das Programm läuft jetzt noch bis Juni 2018, also noch eine ganze Weile.

In dieser Zeit werde ich sicherlich noch einige Fehler machen und ab und zu in mein altes Essverhalten rutschen, was jedoch vollkommen in Ordnung ist. Solange ich daraus lerne!

 

Ich wünsche jedem, der abnehmen möchte, dass er/sie den richtigen Weg für sich findet.

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