Leckerschmecker

Lust auf Pizza – das hatten alle.

Aber wir hatten keine Lust darauf, Pizza zu backen.

Nicht nach diesem Tag!

Nicht noch ewig mit Teig rumhantieren, schnippeln, … also wurde ein Pizzabestellbeschluss gefasst.

Meeresfrüchte-, Pilz-, Salami mit Peperoni-, und vegetarische Pizzen wurden geordert und wenig später inklusive eines betörenden Duftes geliefert, bei dem der Magen der meisten Familienmitglieder schon mal im Voraus seine Begeisterung über die baldige Nahrungsaufnahme laut stark bekundete.

 

Leider hielt die Pizza nicht, was der Duft versprach.

Viel zu viel Käse – viel zu wenig Geschmack.

Auf meiner Meeresfrüchte-Pizza schwamm zu allem Überfluss auch noch ein See geschmolzener Kräuterbutter. Das half aber auch nicht das Ganze zu verbessern.

Es führte nur dazu, dass der Pizzakarton schon vor dem Auspacken seines Inhaltes so durchweicht war, dass er den Tisch komplett versaute.

Dass ich da fast die Hälfte, der - trotz allem - fast geschmacklosen Pizza verputzte, grenzte an ein Wunder.

Ich war bis zur Oberkante Halskrause satt. Pappsatt. Unwohl satt und fühlte mich wie der Wolf aus dem Märchen. Was rumpelte und pumpelte da in meinem Bauch herum?

Die dem „Schmaus“ folgende Übelkeit war kein Wunder.

 

Da mache ich mir doch lieber die Arbeit und backe die Pizza selber.

 

In der Woche zuvor hatte ein Familienmitglied zum Essen nach Hannover geladen.

Wir wurden in ein türkisches Restaurant gebeten und freuten uns alle auf das Essen.

Türkisches Essen kennen wir von Freunden und wirklich richtig guten Restaurants in Köln – und wir lieben es.

Dieses Restaurant hier war viel zu groß, hektisch und zu laut, so dass wir unsere Zeit zwischen den Gängen absaßen und das Treiben der Kellner beobachteten.

Eine Unterhaltung war nicht möglich.

Auch die Einlage einer Bauchtänzerin zu ohrenbetäubender Musik verbesserte die Kommunikationslage zwischen uns nicht.

Wir verzichteten alle auf den Nachtisch, weil wir keine Lust mehr auf Kellner hatten, die unsere Bestellungen vergaßen und schon gar nicht darauf, sprachlos um den Tisch herumsitzen zu müssen.

 

Wenn wir das nächste Mal wieder etwas zu feiern haben, geben wir lieber etwas mehr aus (na ja, es wird wohl viel mehr sein) und lassen uns in einem kleinen, feinen Restaurant in Celle verwöhnen.

Hier speist man gehobene Küche, bei der der Gaumen von diversen Geschmacksrichtungen gekitzelt und nicht erschlagen wird.

Die Gerichte sind (natürlich) niemals zu fett und die Weinempfehlungen des Kellners hervorragend. Man kann sich unterhalten und die Stimmung am Tisch ist stets gut.

Selbst die Kinder wissen dies schon zu schätzen und verzichten gerne auf diverse Essenseinladungen, nur um dann einmal dort essen zu können.

 

Gut essen- das können wir aber auch zu Hause.

Wir haben uns darauf geeinigt, dass es nicht nur schmackhafter, sondern auch gesünder ist, auf Billigfleisch zu verzichten. Wir essen lieber weniger davon, dafür aber besser und leckerer. Mein Gulasch vom letzten Sonntag wäre somit auch von unserem Lieblingsrestaurant nicht zu toppen gewesen. Das Fleisch butterzart und ein Geschmacksfeuerwerk für den Gaumen. Kommentare wie: „Das hätten wir mal besser am Freitag als Geburtstagsessen gehabt“ schmeicheln meiner Kochkunst und bestätigen, dass ich zumindest, was die Esskultur angeht, bei den Kindern etwas richtig gemacht habe.

Wenn sie dann noch extra Freunde zu meiner selbstgekochten orientalischen Kürbissuppe oder zur Kürbis-Kartoffelpfanne einladen und meine Kochkunst mit „Besser als Bestellpizza“ kommentieren… was will Muttern da mehr?

 

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