Mal ganz ehrlich ...

Eigentlich wollte ich in dieser Woche vom Gärtnern meiner erwachsenen und fast erwachsenen Kinder berichten. Ungenutzte 300 qm unseres Gartens wurden von ihnen aus dem Dornröschenschlaf geholt und in einen Gemüsegarten verwandelt.

Dort gedeihen nun neben Möhren, Radieschen, Wirsing, Kartoffeln, und Peperoni oder Mais und Kürbissen noch einige andere Gemüse, auf deren Verzehr wir uns schon sehr freuen.

 

Aber stattdessen beschäftigen mich andere Dinge so sehr, dass das Garten-Thema noch warten muss.

 

In letzter Zeit erhielt ich wieder viele gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Bekannten zum Thema „Optimierung des Abnehmens“.

Einige davon sprachen das Thema „Disziplin“ an und ich möchte es heute gerne noch einmal aufgreifen.

 

Viele glauben, Dicke wären nicht das, was sie sind, wären sie nur disziplinierter, nicht so maßlos und weniger faul.

Das würde im Umkehrschluss ja bedeuten, dass schlanke Menschen diszipliniert, sportlich, engagiert und bescheiden wären.

 

Dick = undiszipliniert

Schlank = diszipliniert


Beides Gleichungen, die für jeden halbwegs intelligenten bzw. denkenden Menschen so nicht stimmen. Für mich sind beide nur platte Verallgemeinerungen – und die mag ich gar nicht.

 

Ich weiß nicht, warum andere Menschen dick sind, warum sie zu viel essen oder warum sie sich ungesund ernähren oder ob sie sich überhaupt ungesund ernähren und deshalb zu dick sind.

Vielleicht ernähren sie sich ja gesund und sind trotzdem dick!?

Ich weiß auch nicht, warum bei dem einen diese Diät funktioniert und bei dem anderen genau jene völlig fehlt schlägt.

Aber an Disziplin mangelt es den meisten wohl eher nicht.

Genauso wenig wie mir.

Ich habe oft sogar zu viel davon und ziehe mit größter Konsequenz Dinge durch bis sie erledigt sind.

 

Ich bin dick, weil ich verlernt habe auf meinen Körper zu hören und meine Gefühle zu beachten.

Ich esse, um mich nach einem anstrengenden 12 Stunden-Tag zu belohnen oder um den Frust, der mir durch ein Problem bereitet wird, nicht spüren zu müssen.

Ich esse, um mich zu trösten, mich zu beruhigen.

Ich esse, obwohl ich keinen körperlichen Hunger habe.

Ich esse, weil ich das „Genug“ nicht mehr erkennen kann.

Ich esse, weil meine Seele hungert.

 

Ich bin dick, weil ich all dies nicht früher klar erkannt habe und das Problem nicht angegangen bin.

Nicht, weil ich undiszipliniert bin.

 

Alle konventionellen Diäten und alle mir selbst auferlegten Essregeln mussten bei mir scheitern, weil sie sich nur mit dem Symptom meines Problems, nämlich mit der übermäßigen Nahrungsaufnahme, beschäftigten.

Sie beschäftigten sich nicht mit meinem eigentlichen Problem.

Auch das Intermittierende Fasten trägt nur zur Abnahme bei, nicht zur Lösung dieses Problems.

Um das irgendwann einmal erreichte leichtere Gewicht zu halten bzw. um noch weiter abzunehmen, muss ich es angehen. 

Dies braucht allerdings weniger Disziplin als viel Mut.

Ich hoffe, dass ich ihn haben werde.

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Kommentare: 2
  • #1

    Marion (Sonntag, 25 Juni 2017 17:47)

    Gut auf den Punkt gebracht und von daher geht es nun wohl wirklich ans *eingemachte* und ob man dies öffentlich machen will ist sicher schwierig zu entscheiden, ich denke es gibt viele die an dieser Stelle genickt haben und jeden Satz nachvollziehen können und denen du und auch alle anderen die öffentlich abnehmen helfen. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen hier weiter lesen zu können....einen schönen Urlaub und eine erholsame Zeit in Frankreich ...:-)

  • #2

    Klaudia (Montag, 26 Juni 2017 06:43)

    Hallo Marion,
    danke Dir!
    Spätestens Ende August weiß ich wo es lang geht.
    Bis dahin einen schönen Sommer und viel Spaß beim Bloggen.

    Klaudia