Mama Essen ist manchmal Heimat

Kartoffelsalat, Couscous, Pizza oder Gulasch -

Was schmeckt für Euch nach Heimat?

Gestern fragte mich mein ältester Sohn nach meinem Rezept für Pfannkuchen.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund schmecken „die blöden Dinger“ bei ihm nie wie zu Hause – meinte er. Ich gab mein Rezept natürlich gerne an ihn weiter, warnte ihn aber gleich vor.

Manche Dinge schmecken nur bei Muttern wie bei Muttern.

 

Nur manchmal gelingt mir der große Coup.

Dann schmeckt mein Kartoffelsalat, wie der von Mama.

Beim Gulasch geht´s mir genauso. Oder beim Thüringer Bienenstich. Und erst recht beim Stollen.

 

Kartoffelsalat, der nach Mama schmeckt, erinnert mich an Familienfeste, bei denen viele Tische zusammengerückt wurden, um all den Onkeln und Tanten mit ihren Kindern Platz zu bieten.

Da feierte man nicht nur Feste, sondern auch die Familie und das Beisammensein gleichermaßen.

Man feierte die Tatsache genug zu essen zu haben, denn meine Eltern und deren Eltern, Geschwister und sämtliche Erwachsenen gehörten zur Kriegsgeneration. Da war es nicht selbstverständlich, dass sich die Tische unter Schalen von Salaten und Würsten bogen.

 

Kartoffelsalat schmeckt auch nach Heilig Abend, nach Ruhe und Familienidylle.

Aber dann gehören unbedingt noch Würstchen dazu.

Dann ist der Abend perfekt.

Kitschig? Ja, aber bitte doch!

Wenn ich heute meine vier Kinder frage, was wir denn Heilig Abend essen sollen, kommt immer dieselbe Antwort: Kartoffelsalat mit Würstchen.

Ist doch klar!

Warum frage ich überhaupt?

 

Kartoffelsalat, das war auch der 1. Januar, wenn alles noch schlief und irgendwann das Ohnsorg-Theater lief. Dann holten mein Bruder und ich uns die Reste von Silvester aus dem Kühlschrank und aßen sie im Wohnzimmer auf dem Teppich vor dem Fernseher sitzend.

Iiih! Wie das an den Zähnen zog, wenn´s mal viel zu kalt war!

 

Ein anderer ganz besonderer Heimatgenuss ist für mich das banalste Essen aller Essen: Spiegelei + Kartoffeln + Kopfsalat mit viel Saure-Sahne-Dressing. So viel Salatsoße, dass man die Kartoffeln darin kneten kann.

Wann immer ich lange von zu Hause fort war und meine Mutter mich fragte „Was möchtest du denn mal essen?“, bekam sie dieselbe Antwort: Spiegelei + Kartoffeln + Kopfsalat Saure-Sahne-Dressing.

Egal wie köstlich ich auch in fremden Ländern gegessen hatte, dieses Essen hielt locker den Vergleich mit den exotischsten Gerichten oder mit einem vom einem Sternekoch zubereiteten Menü stand.

 

Geschmack und Düfte, die an Kindheit und zu Hause erinnern.

Wohlfühl-Essen. Zeitreise-Essen.

 

Kennt Ihr das auch? Mama-Essen? Oma-Essen? Erzählt doch mal!

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