Summer Heat

Sommer schmeckt nach eisgekühlten Getränken, duftet nach Meer und Sonnencreme auf der Haut. Sommer bedeutet Wellenrauschen, laue Nächte unter glitzerndem Sternenhimmel und grillen mit Freunden. Sommer ist die Zeit der Sommertheater, des Open-Airs, der Freibäder.


Sommer macht mir Spaß.

 

Eigentlich.

 

Aber bei weniger als 15 Grad und mehr als 38 oder 40 Grad macht mir der Sommer überhaupt keinen Spaß mehr. Im einen Fall ist er mir zu kalt und im anderen zu heiß.

Ich weiß, ich bin anspruchsvoll.

Und weil ich so anspruchsvoll bin, hat mir der Sommer in diesem Jahr wenig Freude bereitet.

Erst war´s zu kalt, jetzt zu warm.

 

In den letzten Tagen lagen die Temperaturen bei uns mal bei 40 Grad, jetzt wenig unter 37.

Das ist mir zu heiß.

Was ich in Frankreich klaglos und mehr als zufrieden ertragen kann, ist mir hier sehr lästig.

Bei solchen Temperaturen kann ich nämlich nicht schlafen.

 

Und das kann ich nicht leiden.

 

Denn dann werde ich unleidlich, kann mich nicht konzentrieren, bekomme Kopfschmerzen und mag keinen Kaffee.

 

Wir haben keinen Keller und ich schlafe zu allem Überfluss direkt unter dem Dach unseres Hauses. Von meinem Zimmer aus genieße ich einen wunderbar unverstellten Blick nach draußen, da eine Seite komplett verglast ist. Es ist die Südseite. Wer auf diese blöde Idee gekommen ist, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich ich selbst, wegen der Symmetrie. Denn die Ostseite des Hauses ist auch verglast, weil es so schön hell ist und man bei so viel Licht besser arbeiten kann.

Aber bei Temperaturen um die 40 Grad arbeite ich dort oben gar nicht mehr und das liegt nicht daran, dass die Aussicht durch ständig geschlossene Gardinen verhängt ist.

Mein Laptop streikt schon bei niedrigeren Temperaturen und macht unmissverständlich klar, dass wir unserem Tun oben unterm Dach ein schnelles Ende bereiten und ihm besser im Erdgeschoss nachgehen sollten.

 

An Schlaf ist dort oben erst recht nicht zu denken.

Eine Etage tiefer ist es zwar etwas kühler, aber da sind alle Betten belegt.

Nur im Erdgeschoss wird es angenehm kühl in der Nacht.

Und ich schwöre, dass ich meine Matratze heute Abend nach unten schleppe und dort mein Nachtlager aufschlage, wenn es nicht abkühlt. Noch eine so schweißtreibende, durchwachte Nacht tu ich mir nicht mehr an.

 

Bei solchen Temperaturen lohnt noch nicht mal das Duschen, denn wenn ich mich in schweißtreibender Weise geföhnt habe, kann ich direktemang wieder unters kühle Nass hüpfen.

 

Unser Hundemädchen Choco, die sonst überaus gerne auf ihrem Kissen in meinem Zimmer (Nein, nicht im meinem Bett) nächtigt oder mir gerne beim Schreiben zu sieht, wurde zwangsweise umquartiert, weil sie sonst einen Hitzschlag bekäme.

Offensichtlich ist es ihr auch sonst recht heiß, denn wenn´s gar nicht anders geht, springt sie schon mal mit einem Kopfsprung in unseren Teich, paddelt darin herum und bringt mächtig Unordnung in die Seerosen. Was die Fische und Frösche von ihren Besuchen halten, weiß ich nicht. Besonders glücklich scheinen sie aber nicht zu sein, weshalb Choco nun auch ihren eigenen Pool bekommen hat.

Eigentlich sollte sie als Spanierin heißes Sommerwetter kennen und lieben. Aber das ist selbst der Podenco-Dame zu viel.

 

Dieses heiße Wetter legt mich lahm, lässt Finger dick werden, Bügelwäscheberge wachsen und den Rasen vertrocknen. Sommernächte kann ich kaum noch genießen, weil ich zu müde bin und das Meer ist leider zu weit weg, um sein Wellenrauschen zu hören. Zudem sind meine Kinder auf Krawall bebürstet – trotz Sommertheater, Open-Air-Festivals und Grillfeten.

Meine Jungs bewegen sich in Zeitlupe oder gar nicht durchs Haus, während meine Tochter gerade Fußball spielt und hoffentlich keinen Hitzschlag bekommt.

Einzig mein Olivenbaum scheint am heißen Sonnenbad Spaß zu finden, denn er trägt inzwischen viele und sehr lecker aussehende Oliven.

 

.... und wenn es demnächst wieder kalt ist, meckere ich auch! :-))

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Kommentare: 2
  • #1

    Bea (Mittwoch, 31 August 2016 08:14)

    Hallo Claudia,
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Auch wir schlafen unterm Dach, es ist auch hier sooo kuschelig.
    Allerdings geht es bei uns noch besser, ja, die Sommernächte sind laut und heiß und schlaflos;wir haben aber auf der rechten Seite unterm Schlafzimmer Fenster Hundewelpen, deren dreiste Besitzer nicht im Traum einsehen sie vor Mitternacht reinzu holen. Das Gewimmer bringt dich auf die Palme. Und weil es so schön ist lässt man sie gleich in der Früh um 6.00Uhr wieder raus. Wochenende wie unter der Woche. Zur Linken haben wir das Alkoholiker Paar, die auch bis in der Nacht ihr Bestes an Pöbeleien geben.
    Bei so einer zusätzlichen Geräusch Kulisse hat man nur noch Wut im Bauch, an Meer ist da gar nicht mehr zu denken.
    Und wenn du es dann geschafft hast vor Erschöpfung ein zu schlafen geht das Drama wieder von vorne los.
    Auch ich liebe den Sommer, aber mit Genuss hat das leider nichts mehr zu tun. :'(
    Also, in diesem Sinne genießen wir die kommenden etwas kühleren Temperaturen und freuen unsauf den nächsten Sommer (^_-)
    Einen schönen Tag,
    Es grüßt die Bea^_^

  • #2

    Klaudia (Freitag, 02 September 2016 06:45)

    Hallo Bea,
    nun ist es ja endlich abgekühlt und das Schlafen fällt wieder leicht... Wenn man denn nicht solche Nachbarn hast wie Du.
    Ich wünsche Dir einsichtige Nachbarn, die mal ein bisschen Rücksicht nehmen und nicht so tun, als wären sie alleine auf der Welt.

    LG

    Klaudia