Pack die Badehose ein, ...

Pack die Badehose ein, ...




Pack die Badehose ein – singt Conny Froboess 1964.

Sie packt ihre kleine Schwester ein und radelt raus zum Wannsee, wo sie sich mit anderen im Wasser tummelt wie die Fischlein.

 

Ich habe zwar nicht den Wannsee, aber doch das Wasser für mich als DAS Element entdeckt, in dem ich Sport machen kann OHNE anschließend vor Schmerzen kaum noch gehen zu können.

Ich schwimme seit Neuestem und bin begeistert – auch, wenn das Wasser noch so kalt ist.

 

Da hätte ich ja mal früher drauf kommen können?!

Nee, ich nicht.

Ich bin eigentlich bekennende Schwimm-Hasserin.

Dank Herrn Schneider.

 

Herr Schneider, ein Lehrer aus der Grundschule, ehemaliger Polizist und völlig unfähiger Pädagoge, packte einmal in der Woche meine Klasse mit 36 Schülern in einen Bus, um zum Schwimmen zu fahren. Nachdem sich alle umgezogen hatten, tummelten wir uns 15 Minuten in dieser Pfütze, die man in den 60ern Lehrschwimmbecken nannte und wurde durch die Fluten gejagt, musste einen Salto rückwärts ins Wasser machen und freute sich dann darüber, dass es vorbei war und man sich mit seinen 36 Mitschülern wieder in die kuschelig warme Umkleide begeben konnte, um sich anzuziehen und zurück zur Schule zu fahren, wo einem der gute Herr Schneider, ebenso wie das Schwimmen, Mathe verleidete.

Das tat er sehr gekonnt und mit viel Enthusiasmus.

Auf dem Gymnasium wurde es mit der Schwimmerei nicht besser.

Aber da konnte man wenigstens schon mal aussetzen, wenn man seine Tage hatte.

 

Außerschulisch traf ich mich durchaus schon mal gerne mit Freunden am Badesee, der bei uns nicht der Wannsee, sondern der Lido war. Dort plantschten wir gerne vor uns hin und waren froh dem Schwimmunterricht bei einem Lehrer, wie Herrn Schneider, heil und ohne größere Schäden entkommen zu sein.

 

Schwimmen war mir immer zu nass, zu kalt und zu umständlich mit der blöden Umzieherei und Duscherei vorher und nachher. Dann muss frau sich anschließend wieder die Haare machen und außerdem stank man hinterher immer ewig nach Chlor- egal wie lange man sich hinterher noch duschte!

 

Seit meiner Knie-OP glaubte ich gar nicht mehr schwimmen zu können, weil ich die Bewegungen der Beine nicht mehr schmerzfrei machen konnte. Das tat mir nicht sonderlich leid, weil ich ja eh lieber im Wasser herumstand oder paddelte. Mir kam mein Knie als Ausrede nicht ins Wasser zu müssen also gerade recht.

 

Leider wurde ich im letzten Jahr so schwer, dass meine Beine streikten und ich mich nicht mehr schmerzfrei von A nach B bewegen konnte. Gehen oder gar Laufen fielen also als intensive sportliche Betätigung aus. Ebenso all die Sportarten, die ich so gerne machte: Tanzen, Aerobic, Zumba oä.

Ich hatte ein echtes Problem!

 

Dann sah ich in Frankreich einen Briten ohne Beinbewegungen schwimmen und erlebte den allgemein bekannten Aha-Effekt. DAS könnte ich ja auch machen.

Ich versuchte das Schwimmen vorsichtig und zaghaft, dann mutiger.

 

Wow! Keine Schmerzen. Nix.

 

Ich konnte mich bewegen ohne, dass mir etwas weh tat!

 

So begann meine Schwimmer-Karriere vor zwei Wochen.

Seit dem schwimme ich regelmäßig und tatsächlich begeistert und dankbar dafür, endlich einen Sport gefunden zu haben, der mich nicht mit Schmerzen quält.

 

Ich nehme – nicht ohne zu meckern – das viel zu kalte Wasser des Freibades im Ort in Kauf und schwimme meinen Pfunden davon!

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