Nun doch ...

Nun doch ...



Ganz liebe und sonnige Grüße aus meinem Paradies, im Süden Frankreichs, in das ich jeden Sommer abtauche.

Hier finde ich Muße, um zu schreiben oder lasse einfach alle Fünfe gerade sein.

Das hier, das ist kein Ort für Touristen, kein Ort mit viel Getöse und Tamm-Tamm. Das hier ist Ruhe und Frieden, der mich fernab jeglichen Touristenrummels empfängt und mich nach einem Jahr der Hektik wieder bei mir selber ankommen lässt. Es ist ein Besuch bei Freunden, der immer viel zu schnell vorüber geht.

 

Frédéric und Richard haben in mitten von Weinfeldern, in einem ehemaligen Kloster, einen Rückzugsort erschaffen, der seines Gleichen sucht.

Sobald ich durch das große Tor und die gewundene Allee zu den Gebäuden hinab fahre oder das Knirschen des Kieses unter den Rändern höre, fällt jeglicher Stress von mir ab. Wenn ich das erste Mal wieder die beiden „Jungs“ umarme und dann etwas später den Blick über die Domaine schweifen lassen kann, kommt es nicht selten vor, dass mir vor lauter Glück und Seligkeit Tränen über das Gesicht laufen.

 

Immer wieder lasse ich mich aufs Neue von meiner Umgebung beeindrucken, atme den Frieden, die Ruhe und die Schönheit, mit der alles um mich herum erfüllt ist, tief ein. Das Haus liegt im späten Sonnenlicht da, wie mit Honig übergossen und kommt mir oft vor wie ein weiser alter Mann, der schon so Vieles erlebt hat. Wissend und stark ist dieser alte Mann. Unverrückbar. Jeder Stein, der mehr als einen halben Meter dicken Mauern, hat viele Geschichten zu erzählen. Doch dies geschieht nicht laut und schreiend, sondern leise und achtsam. Zudem nur sichtbar für, die die ein offenes Herz für solche Geschichten aus längst ergangenen Zeiten haben. Geschichten vom Safran-Anbau und von der Seidenzucht, von Mönchen und dem Weinbau oder der Glasbläserei.

 

Hier sitzt man gerne unter den großen Platanen und frönt dem „Savoir vivre“.

Schwadroniert, mit Händen und Füßen gestikulierend, Französisch und kostet vom köstlichen Rose oder dem süffigen Gris der Camargue oder Cevennen.

 

Ich sitze aber auch gerne auf der großen Wiese vor dem Haus und lausche der Stille. Oft beobachte ich, wie der Mond hinter den Bergen aufgeht und begleite ihn ein Stück des Weges. Dann sehe ich zu, wie er zwischen den Wipfeln der Pappeln kurz verweilt, bevor er weiter zieht. Jetzt bewegt kein Hauch die Bäume und Gräser ringsum und die Natur scheint den Atem anzuhalten – gerade so, als wolle sie das besondere Licht und die Atmosphäre, in der die Welt zu baden scheint, nicht vertreiben. Diese Stunde liebe ich ganz besonders.

 

Wenn dann eine Sternschnuppe am Himmel erscheint, weiß ich meistens gar nicht, was ich mir wünschen soll - bin ich doch wunschlos glücklich.

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Kommentare: 2
  • #1

    Bea (Dienstag, 12 Juli 2016)

    Hallo, Göttin von Frankreich (^_-)
    Ich kann jedes Foto jedes Wort von Dir hören und spüren.
    Mein Hafen ist Sardinen, genauso fernab von Rummel und Tourismus.
    Auf einem kleinen Bauerhof, in der Einsamkeit der Berge.
    Sitzend unter den Olivenbäumen. Morgens siehst du die Sonne über dem Meer aufgehen.es ist so schön, es ist Glück, Ruhe und Frieden.
    Es ist aufatmen, durchatmen spüren, ja einfach Glück.
    Ich spüre genau wie es sich anfühlt,
    Vollkommen :'(
    Ich wünsche dir noch ganz viele solche Tage, genieße sie
    Und komm gestärkt zurück.
    In diesem Sinne
    Einen wunderschönen Urlaub
    Drück Dich,
    Die Bea


    Um uns rum vertraute Gesi

  • #2

    Klaudia (Mittwoch, 13 Juli 2016 08:20)

    Guten Morgen Bea,

    :-) wie ich sehe, hast Du auch Dein Paradies gefunden und weißt genau wovon ich rede.
    Danke Dir!
    Hoffe, Du hast auch einen schönen Sommer!

    Klaudia