Hänger

Hänger

Ich hänge fest. Hartnäckig.

Die Motivation ist groß, aber es geht gerade gar nichts.

Ich bin wie Sherlock Holmes mit der Lupe im eigenen Ich unterwegs und suche in allen Ecken und an allen Enden nach Ursachen für mein falsches Essverhalten. Werde hier und dort fündig und verändere viele Dinge. Halte Hausputz und Kehraus. Lege lang Verstaubtes frei, poliere Gutes und entsorge Schlechtes. Fühle mich besser als zuvor.

 

Voller Elan und ohne Probleme schaffe ich es den ganzen Tag über im Plan zu bleiben.

 

Aber abends schaffe ich nichts mehr.

Dann beginnt der Kampf mit mir selbst.

Oft verliere ich ihn.

Dann esse ich ohne Hunger zu haben. Einfach so aus Appetit. Oder … oder…

Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, was ich tagsüber gegessen habe.

Ob 1000 kcal oder 3000kcal – abends möchte ich essen.

 

Das Ganze ist schrecklich anstrengend, nervig und unendlich frustrierend. 

Warum schaffe ich den ganzen Tag? Warum dann nicht auch den Abend?

So komme ich mir immer, wenn ich den Kampf verloren habe, wie eine große Versagerin vor.

 

Was hinter der abendlichen Esslust steckt, muss ich noch herausfinden, damit ich sie abstellen kann.

Aber zunächst einmal möchte ich gerne die Baustellen beenden, an denen ich bisher arbeite, weil ich fürchte, mich sonst noch völlig zu verzetteln. Allerdings fürchte ich, zu zunehmen, wenn ich es abends weiterhin nicht schaffe, im Plan zu bleiben.

 

Also hatte ich die Idee, mir tagsüber viele Kalorien für abends aufzusparen und mein Abendessen zu meiner Hauptmahlzeit zu machen.

Da ich aber nicht wusste, ob diese Idee gut ist oder ein Reinfall werden könnte, habe ich mich mit Alexandra Lei in Verbindung gesetzt und um einen telefonischen Beratungstermin gebeten.

 

Wir hatten ein außerordentlich sympathisches, nettes und informatives Gespräch über mein Vorhaben. Ich erhielt keine konforme, oberflächliche Beratung, sondern auf meine spezielle Situation abgestimmte Tipps. Die Ernährungsberaterin erklärte mir, worauf ich am besten achte, wenn ich meine Hauptmahlzeit in den Abend verlege. Aber sie wies mich auch darauf hin, dass es nicht ideal ist, so zu essen.

 

Gut - sobald es geht, mache ich mich an diese Baustelle und stelle meine „Esserei“ wieder um.

 

Ich weiß schon jetzt, dass das abendliche Naschen bzw. Reinschaufeln von allen möglichen Dingen, die höchste Hürde meines Abnehm-Marathons sein wird. Hoffentlich schaffe ich es, sie zu nehmen und bleibe nicht allzu lange daran hängen.

 

Drückt mir doch bitte die Daumen!

Danke!

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Kommentare: 2
  • #1

    Roland Spiegler (Samstag, 25 Juni 2016 20:24)

    Ich drücke beide Daumen, dass es weitergeht mit dem Abnehmen! Und ich möchte auch etwas Hoffnung geben. Es kann auch klappen, wenn man sich nicht gängelt und einschränkt. Ich esse oder nasche auch sehr gerne abends und das habe ich während des Abnehmens und auch jetzt, wo ich mein Zielgewicht längst erreicht habe, nie geändert. Das möchte ich auch gar nicht, weil ich mir nicht vorstellen kann, so den Rest meines Lebens zu verbringen, indem ich ständig unterscheiden muss, ob ich jetzt echten „Hunger“ habe oder doch nur einen fehlgeleiteten „Appetit“. Das Einzige, was ich reguliere beim Essen ist das WAS. So habe ich z.B. gestern zwischen 21 und 22 Uhr noch eine riesige Portion Obstsalat gegessen (Banane, Apfel, Erdbeeren und Heidelbeeren) und danach noch ein Naturjoghurt genascht. Süßigkeiten und salzige Snacks (Chips, etc.) esse ich grundsätzlich nicht und kohlenhydratreiche Speisen (z.B. Brote) würde ich auch spät abends nicht mehr essen. Obst, Beeren, Gemüse, Milchprodukte, Wurst, Käse, Schokolade (90% Kakao), Oliven – alles kein Problem. So fahre ich zumindest prima und muss auch abends nicht „hungern“ oder „verzichten“. Aber da muss jeder seinen persönlichen Weg finden, mit dem er am besten zurechtkommt…

  • #2

    Klaudia (Samstag, 25 Juni 2016 21:57)

    Hallo Herr Spiegler,

    vielen Dank für ihren Kommentar, der mir viel Mut macht – und so manchem Leser sicher auch. Und: Danke auch fürs Daumen drücken! :-)

    Sie haben Recht: Ich möchte mich auch nicht ewig so einschränken und „gängeln“, wie ich es jetzt mache. Nichts desto trotz muss ich persönlich nicht nur das „Was“ und „Wann“ verändern, sondern auch das „Wieviel“ reduzieren. Denn leider funktioniert das Abnehmen bei mir, aus den verschiedensten Gründen, sonst nicht.

    Ich möchte aber auch unbedingt wissen, was hinter meiner abendlichen Esslust steckt. (Hunger ist es mit Sicherheit nicht.) Denn kenne ich die Ursache dafür, kann ich sie beseitigen und der allabendliche Heißhunger entfällt dann von alleine.
    DANN muss ich mich nicht mehr gängeln und esse ganz normal über den Tag verteilt, das was mein Körper wirklich braucht.

    :-) Das hoffe ich zumindest!