Wut im Bauch

Wut im Bauch



Ein Telefonat das mich völlig aus der Fassung bringt.

Ich höre Worte, die ich nicht glauben kann und will. Worte, die mich sprachlos machen.

Wer hätte gedacht, dass der Mensch am anderen Ende der Leitung mein Tun für ihn so gering schätzt?!

Ich schlucke. Spüre Tränen.

 

Nach Beendigung des Gesprächs sitze ich noch lange an meinem Schreibtisch und versuche zu begreifen, was ich da gerade gehört habe.

Dann beginnt es in mir zu rumoren.

Je mehr dieser essigsauren, ätzenden Worte, die da vor wenigen Augenblicken noch aus dem Telefon gequollen sind, auf Hirn treffen, desto wütender werde ich.

Ich hole mehrmals tief Luft, atme laut und vernehmlich aus, spucke all diese hässlichen Worte in den Raum, die da mein Innerstes zum Toben bringen.

 

Und dann muss ich raus, frische Luft tanken, mich abreagieren.

Erst gehen und dann fast schon rennen.

Gegen den Sturm draußen anrennen, der über die Felder tobt und in den Bäumen wütet -

und gegen den in meinem Bauch.

 

Erst wird die Wut schlimmer.

Eine Stunde brauche ich bis sie sich legt und ich atemlos am Feldrand stehe und lache bis ich wieder klar denken kann.

 

Es fühlt sich so gut an mal wieder ausgepowert zu sein.

So wie früher nach Sport.

Tolles Gefühl! Das will ich wieder haben!

 

Es gibt auch etwas, was mich richtig stolz macht:

Ich habe nicht einmal daran gedacht, meine Wut runterzuschlucken.

Zu essen – so wie ich es früher immer gemacht habe.

Da hätte ich nach Gesprächen, wie an diesem Abend, gegessen, was das Zeug hält.

Heute habe ich nicht eine Sekunde ans Essen gedacht, sondern nur ans Gehen bzw. Laufen.

Ich wollte meine Wut und die Enttäuschung rauslassen, nicht in mich hineinfressen.

 

Was für ein Erfolg!

 

Das Loslassen von schlechten Dingen fühlt sich definitiv besser an, als das Festhalten und Assimilieren ihrer negativen Energie, in dem ich sie mir einverleibe in Form von Schokolade, Eis, Broten oder sonstigen Dingen. Keine 1000 kcal extra, die in Form von Fett an mir festwachsen.

 

Ich habe es geschafft, eine weitere schlechte Gewohnheit durch eine positive zu ersetzen.

Ich habe nicht aus Frust gegessen. Ich habe mich abreagiert.

 

Wow! Das macht mich richtig glücklich! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Bea (Samstag, 14 Mai 2016 20:04)

    Zurecht, liebe Klaudia
    Ich mal wieder, genau das ist mittlerweile der Grund meiner "Lauferei"
    So viel Wut, Frust und Tränen sind genau dort weggeflogen.
    Und danach hat man nur gewonnen :'(
    Weiter so, du kannst zurecht stolz auf Dich sein,!!!
    Das ist ein guter neuer Schritt.
    In diesem Sinne, ich wünsche dir schöne Pfingsten.
    Liebe Grüße,
    Die Bea

  • #2

    Klaudia (Sonntag, 15 Mai 2016 08:33)

    Hallo Bea,
    Schön mal wieder von Dir zu lesen!
    Danke! Dir auch schöne Pfingsten.

    Klaudia