Living in a box

Living in a box

Seit gut acht Wochen krempele ich nun mein Essverhalten um.

Schritt für Schritt.

Peu á Peu.

 

Hätte mir jemand zu Beginn gesagt, dass aus meinem Abnehmprojekt innerhalb kürzester Zeit ein „Ich-krempel-dann-mal-mein-ganzes-Leben-um“-Projekt wird, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt.

So´n Quatsch! Ich will doch nur 30 kg schlanker sein! Mehr nicht.

Mehr nicht? Wird da mancher staunend die Augenbrauen hoch ziehen.

Also … 30 kg weniger zu wiegen, ist schon ´ne ganze Menge Butterpäckchen weniger.

Genauer gesagt: 120 Stück.

 

Ein ziemlich umfangreiches Vorhaben - Ihr habt ja Recht!

 

Dieses Vorhaben ist vor allem deshalb so umfangreich, weil ich nicht einfach den Maßgaben einer Diät folge, sondern lieber gleich versuche alte und schlechte Gewohnheiten auszumerzen.

Ich gebe zu, dass ich in den letzten acht Wochen hier und da Gefahr lief, den oft zu verlockenden Angeboten einer Diät zu erliegen. Wie toll wäre es, 30 Kilo in wenigen Wochen zu verlieren und dann auf ewig schlank zu sein! Endlich diesen ach so hinderlichen Ballast los zu sein!

 

Sehr verlockend!

 

Aber Gott sei Dank erinnerte ich mich rechtzeitig daran, dass ich zu oft nach einer Diät dem guten Herrn Jojo begegnete, der dann so freundlich war und mich reichlich beschenkte, so dass ich bald mehr wog als vor meiner Diät.

 

Also gehe ich jetzt den längeren Weg und hoffe darauf von Mr. Jojo verschont zu bleiben.

So habe ich bisher 7 kg hinter mir gelassen und bin guten Mutes, dass ich – langsam aber sicher – noch weiteren Kilos Adieu sagen - und bestimmt keine Träne nachweinen werde.

 

Aber auch dieser Weg hat so seine Tücken.

Denn plötzlich fällt mir auf, was mir früher nie aufgefallen ist.

Lässt mich innehalten und genau hinsehen.

 

Inzwischen habe ich begonnen mein Leben zu renovieren, umzukrempeln.

Das hält auf – und manchmal frage ich mich, ob das nicht der gute alte Schweinehund ist, der da, gut getarnt, am Werke ist und versucht mein Abnehmprojekt zu boykottieren bzw. mich abzulenken.

Aber nein, das ist er nicht.

Ich werde aktiv. Nehme mich selbst und meine Befindlichkeiten ernst und handele dementsprechend. Stelle plötzlich fest, dass ich bisher in einer viel zu kleinen Box lebte, die mir wenig Raum ließ.

Eigentlich passte ich da gar nicht rein.

Zusammengeknautscht wie ein Papierknäuel steckte ich fest.

Kein Wunder, dass mir alle Knochen wehtun!

 

Das „Entknautschen“ und „Entknittern“ fällt nicht leicht und vielleicht bleibt manche tiefe Falte zurück, lässt sich nicht ausbügeln. That´s life!

 

Ansonsten tut es gut – dieses neue Leben außerhalb der Box zu entfalten.

Noch laufe ich etwas steif in der Gegend herum, weil ich immer noch all die vielen Butterpäckchen mit mir herumschleppe und oft schnell aus der Puste bin. Aber auch, weil ich ein wenig eingerostet bin und mich erst an all das gewöhnen muss, was das Leben mir plötzlich bietet.

 

Wo lebt Ihr?

Noch in einer Box oder unter einem großen, weiten und blauen Himmel?

 

Klaudia 

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